Ausführliches

… über TwoSwords & mich

Mein Name ist Tobias Mühlmann. Meine Interesse an Kampfkunst entstand in meiner späteren Schulzeit. Als 12/13-jähriger Schuljunge wurde das Thema in unseren Klassen bewegt. Mich faszinierte vor allem die Körperbeherrschung der Athleten. Die Möglichkeiten nach der Wiedervereinigung waren begrenzt. In den Städten entstanden überwiegend Clubs mit asiatischen Kampfsportarten. Entweder sagten die mir nichts oder ich war zu weit weg. Also bestand mein erstes Training vorwiegend aus Krafttraining in einem Gewichtheberclub, gelegentlichem Laufen und Reiten. Später konnte ich mit einem Klassenkameraden ringen. Es machte tierisch Spaß – reichte aber nicht, um in seinen Verein einzutreten.

Erst nach einem längeren Auslandsaufenthalt fand ich einen für mich interessanten Verein. Um Kampfsport professionell zu betreiben, war ich inzwischen zu alt. Aber ich wollte schon etwas Ernsthaftes. Allerdings losgelöst von einem Wettkampf-Reglement. Und europäisch sollte es ein. So kam ich eigentlich erst relativ spät zum Schwertkampf. Die Faszination für die europäische Kampfkunst allgemein ist seitdem stetig gewachsen.

2008 gründete ich in Leipzig meine eigene Trainingsgruppe Two Swords. Von Anfang an suchte ich die Zusammenarbeit mit anderen Trainern. Daraus entstand eine für damalige Verhältnisse und im Osten einzigartige Gruppe. Train the Trainer ist ein Modul was sich speziell um die Belange der Trainer kümmert: z.B. Quellenarbeit, didaktische Vermittlung, die persönliche Entwicklung als Trainer.

Die typischen Quellen in der Zeit waren die Nürnberger Fechthandschrift, Hans Talhoffer, Codex Wallerstein und Peter von Danzig. Also alles Quellen aus dem 14. und 15. Jhd. Mit der zunehmenden Versportlichung, die sich schon abzeichnete, war ich einer der Ersten im Osten der zusätzlich Joachim Meyer aus dem 16 Jhd. als historische Quelle mit einbrachte.

Durch die Zusammenarbeit mit anderen Trainern kam ich zu Kunst-des-Fechtens. Ein internationales Netzwerk gleichgesinnter Gruppen. Mit meinem Umzug 2015 von Leipzig nach Radeberg/Dresden gründete ich wieder eine neue Gruppe und wurde KdF Chaptermaster für diese Region.  2017 durfte ich dann auch erstmals im Ausland ein Seminar durchführen. Zum Haupttreffen von KdF im Royal Armouries Museum in Leeds.

Die Einschränkungen eines Reglements haben mich schon immer geärgert. Echte Kampfkunst kam man nicht reglementieren. Allerdings kann ich heute entspannter damit umgehen. Ein fairer Wettkampf, bei dem man sich auf gewisse Grenzen einigt, hat durchaus etwas Gewinnbringendes.

Und dennoch habe ich mich in letzter Zeit von der HEMA (Historical European Martial Arts)-Szene distanziert. Zum Einen liegt es an der immer noch zunehmenden Versportlichung, die auch ein immer größer werdendes Muss an Schutzausrüstung fordert. Zum Anderen an der beginnenden Hierarchiebildung innerhalb HEMA Deutschland. Die Szene geht bedauerlicherweise den Weg, den viele andere Kampfsportarten gegangen sind. Strukturbildung, gleichzeitige Vermarktung der Kampfkunst – was immer zur Folge hatte, dass die Authentizität verloren ging.

Aber zum Glück gibt es auch innerhalb der HEMA-Szene noch viele Gruppen, die – wie ich – die Originalität der europäischen Kampfkunst erhalten möchten.  Es lohnt sich also, weiterzumachen…

 

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