eine Fechtgeschichte

….Es hatte aber mein Gesell, Georg von Ramsiden, gar große Stärke und Gewandtheit im Werfen nach dem Ziel, mit Steinen und mit der Schwebscheibe; ich aber liebte mehr den Kampf in voller Rüstung. Es kam aber, als wir da waren in voller Lust, die Kunde, dass der König von Fez mit großer Heeresmacht heranrückte gegen die ihm abgenommene Stadt Conta, die er wieder haben wollte. Und da wir das hörten und sahen, wie der König Alfonso sein Heer aufbot, da waren wir, ich und mein Gesell Georg von Ramsiden, sogleich entschlossen mitzuziehen in den Kampf gegen die Mohren.

Und so schifften wir uns über und kamen nach Conta, und als war das Sakrament empfangen, da wurden wir alle kampflustig und fielen aus der Stadt mit aller Macht gegen die Feinde, deren Zahl gar groß, denn wir zählten gegen 10000 Gezelte, darinnen viel Volk lag.

Da wurden die Mauern von Conta drei Tange lang bestürmt von den Mohren, aber sie konnten sie nicht besteigen; und als sie sich endlich auf einen Berg zurückzogen, setzten wir uns auf den anderen fest, der gegenüber lag, unsere neunhundert zu Ross und tausend zu Fuß.

Da erfuhren wir, es sei unter den Mohren ein gar starker Mann, der zu kämpfen begehre ganz allein gegen Einen. Und ich sprach:“Ich will’s sein, und will mit ihm kämpfen zur Ehre des allmächtigen Gottes und der Christenheit“.

Das ward dem Mohren angesagt, und nachdem ich mit meiner Lanze das Zeichen des heiligen Kreuzes gemacht, rannten wir gar ungestüm gegen einander mit Lanze und Schild nach Kämpferart. Ich aber traf so hart auf des Mohren Schild, dass sein Ross mit ihm zu Boden stürzte. Aber ich war getroffen von seinem Speer in den Panzer und in den Arm. So konnt‘ ich nicht gleich vom Rosse springen, und der Heide raffte sich schnell wieder auf vom Boden.

Da zog ich mein Schwert, was er auch that, und wir wurden beide handgemein, und fielen im Ringen miteinander zugleich zur Erde. Ich aber raffte mich auf, und hielt ihn kräftig nieder mit der linken Hand, und stach ihm mit dem Dolch, den ich in der Rechten schwang, dermaßen durch den Helm, dass ihm sogleich das Augenlicht verging. Dann durchstach ich ihm den Hals, dass er seinen Geist aufgab mit großem Blutvergießen, und nahm seint Schwert und Ross, und dankte Gott, dass er mir diesen Sieg verliehen, denn es war der Mohr an Stärke mir weit überlegen…..

Aus den Tagebuch des Ritters Georg von Ehingen. Etwas weiter im Text erfahren wir das sich Georg von Ehingen nach etwa fünf Wochen beurlauben ließ und dazu im März 1458 nach Lissabon zum König ging. Demnach wird der ganze Kriegzug und der geschilderte Zweikampf im Frühjahr 1458 stattgefunden haben.

Fez ist eine Stadt im heutigen Marokko. Bei der erwähnten Stadt Conta um die das ganze Geschehen stattfindet, könnte es sich um das heutige Ceuta handeln. Ebenfalls an der Straße von Gibraltar gelegen allerdings auf der afrikanischen Seite. Gehört aber zu Spanien und genießt gewisse Autonomierechte.

Schwebscheiben sind eher bekannt als Rüstungsteile des späten Mittelalters. Eine andere Form von Schwebscheiben waren Zielscheiben die frei hängend, also schwebend, angebracht waren. Da erforderte es schon etwas Geschick im Treffen. Es gab auch vergoldete Schwebscheiben die als Art Trophäe bei Tunieren gereicht wurden und vermutlich auch Sammlerobjekte waren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close