von der Kunst des Fechtens

In der Analyse aus dem letzten Sparring kam die Erkenntnis das es eben nicht darum geht einfach Techniken auswendig zu lernen. Absolut korrekt. Die Techniken vermitteln uns Prinzipien. Und ich habe Euch noch einmal die wesentlichen Prinzpien aufgelistet.

Als oberstes gilt das Prinzip der Täuschung

Meyer schreibt z.B. im Kapitel über die „Ermanung von den Tritten“:“… Im angreiffen nun laß Dich also mercken unnd stelle dich als woltestu grosse und weite tritt thun, so du doch in der warheit mit den Füssen nahet bleibest, hergegen aber wann er vermeinet du wollest gemach zu jhm tretten, so sey du geschwindt an jhm mit weiten tritten und greiff an …“

Das Prinzip gilt aber auch für sein gesamtes Erscheinungsbild. Weiß ich um meine Kraft zeige ich mich schwach. Fühle ich mich schwach nehme ich starke Positionen ein. Usw usw …

Dem untergeordnet gilt das Prinzip der Zeit. Also was die Meister als „Vor, Nach, INDES“ beschrieben haben. Wobei „INDES“ von allen Meistern als der Kern des Fechtes beschrieben wird. INDES bedeutet aber nicht nur die Gleichzeitigkeit im Sinne von – ich mache etwas wenn der Andere etwas macht. Es bedeutet auch das während ich z.B. schlage schon sehe wo sich eine neue Blöße bietet. Und damit bin ich sozusagen im Kopf immer schon eine Aktion weiter.

Dem gleich zu setzten ist das Prinzip von Hart und Weich. Was Lichtenauer das „Fühlen“ nennt. Aus dem Fühlen soll ich erkennen Jemand stark oder schwach gegen mich kämpft und dementsprechend nehme ich immer die Gegenposition ein.

„Dar vmb so vleis dich da dw das füln vnd das wort Inndes wol merckest, wenn aus dem zwaien dingen get alle kunst des vechtens“ Lichtenauer.

 

Was uns im Training schwer fällt ist das diese Prinzipien nicht immer gleich erkennbar sind. Oder Voraussetzungen dafür noch nicht erfüllt sind. Wenn ich z.B. noch zu sehr mit meinen EINEM Angriff beschäftigt bin, bin ich ja auch nicht in der Lage simultan, also INDES, nach einer nächsten Möglichkeit zu schauen. Sprich man muss erst mal sicher in seinen Bewegungen werden. Und das macht unser wöchentliches Training aus.

Fragen, Anmerkungen und weitere Gedanken dazu klären wir beim nächsten Training.

bis dashin mit Fechtergrüßen

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