Schnell werden, schnell sein.

Schnell werden, schnell sein. Speziell geht es um die Frage der schnellen Schläge bzw. Häue. Wie können wir schneller werden? Oder wie kommt es das wir Andere als schnell empfinden?

Um zu verstehen wie Schnelligkeit entsteht, teile ich das ganze mal in 3 Bereiche auf.

Fangen wir bei uns selber an. Anatomisch besitzt jeder von uns rote und weiße Muskelfasern. Die roten gelten mit einer Kontraktionsgeschwindigkeit von 100ms als die Langsameren. Weiße Muskelfasern haben eine Kontraktionsgeschwindigkeit von 30ms. Allerdings neigen Letztere zur Atrophie, sprich zur Verkümmerung. Folglich müssen diese Muskeln immer wieder trainiert werden. Oder überhaupt erst aufgebaut werden. Untersuchungen an Sportlern haben ergeben das z.B. Marathonläufer mehr rote Muskelfasern haben als z.B. Sprinter. Das ist logisch. Die roten Muskelfasern sind zwar langsamer aber ausdauernder. Sie ermüden nicht so schnell wie unsere schnell zuckenden weißen Fasern. Um ihr volles Potenzial entfalten zu können, müssen diese Muskelfasern immer wieder gedehnt werden da sie zur Verkürzung neigen. Und hier sehen wir nebenbei auch den wirklichen Sinn der Dehnung der bei uns in Europa größtenteils verlorengegangen ist.

Fazit: Dehnung (und zwar die enge Dehnung wie wir sie im Training machen) für die roten, langsamen Muskelfasern und (Schnell)Krafttraining für die schnellen, weißen Muskelfasern.

Als zweites sehe ich die Effizienz im Schlagen/Hauen. Darunter verstehe ich zum einen die Waffenführung. Aber auch meine Positionierung zu meinem Gegenüber. Gerade Anfänger haben das Problem das sie keinen eindeutigen Fokus haben. Die Waffe bewegt sich in eine andere Richtung als der Körper. In diesen Bereich gehört auch die Koordination der Waffe mit dem Körper zusammen. Um schnell und effizient schlagen zu wollen, sollte ich kurze Wege bevorzugen und mich definiert bewegen. Das kann man sehr gut im gemeinsamen Partnertraining üben. In diesen Bereich gehört auch das Wiederholen von Bewegungen und/oder Bewegungsmuster. Dadurch werden die Bewegungen automatisierter, flüssiger und für Andere in ihrer Wahrnehmung schneller.

Das bringt uns zu den dritten Bereich. Nämlich wie nehmen mich Andere wahr. Oder wie nehme ich Andere wahr. Also warum denke ich das Andere schneller sind oder warum denken Andere das ich schneller bin. Im Wesentlich hat das etwas mit Reizverarbeitung zu tun. Primär gilt das bewusst gesteuerte Bewegungen immer langsamer sind als unbewusst gesteuerte. Unbewusst gesteuerte Bewegungen kann der Körper aber nur generieren wenn er sie ausreichend oft wiederholt hat. Das gilt besonders im Stressfall. Wird im Training eine Bewegung oft wiederholt, kann sie im Stressfall eher zur Verfügung stehen. Wird es im Training hin und wieder auch mal stressig, wird auch der Stressfall als nicht ganz so stressig empfunden und unser Körper kann umso eher – also schneller – auf die gewünschte Bewegung zurückgreifen.

Fazit fürs Training: Techniktraining kombiniert mit gefechtsnahen Übungen. Z.B. immer wieder mal kleinere Sparringeinheiten.

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